Gartenarbeiten im Oktober – entspannt und lagom

Herbstgarten

Wenn die Tage kürzer werden, die Sonne tiefer steht und der Morgennebel über den Beeten hängt, ist klar: Der Garten verabschiedet sich langsam in die Winterpause. Viele Hobbygärtner empfinden den Herbst als „stressige Aufräumzeit“, doch gerade jetzt lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten und die Dinge gelassener anzugehen.

Die skandinavische Lebenshaltung „lagom“ (nicht zu viel, nicht zu wenig, genau richtig) bietet eine wunderbare Inspiration für diese Jahreszeit. Statt alles perfekt zu machen, dürfen wir den garten so begleiten, wie er ist: in seinem natürlichen Rhythmus.

Was jetzt im Oktober wirklich wichtig ist

Damit dein Garten gesund in den Winter geht, gibt es ein paar grundlegende Arbeiten – doch keine Sorge die Liste bleibt überschaubar.

Rückschnitt, aber mit Maß

Viele Stauden dürfen stehen bleiben: Sie bieten Insekten Unterschlupf und schmücken mit winterlichen Strukturen. Nur kranke oder matschige Pflanzen solltest du entfernen. Verblühte Rosen oder Einjährige kannst du einkürzen. 

Lagom-Tipp: Schneide nur das zurück, was dich wirklich stört oder krank ist. Der Rest darf bleiben.

Laub – nicht alles wegräumen

Auf dem Rasen kann Laub zu Moos führen, hier lohnt es sich regelmäßig abzuharken. Wenn du eine Ecke hast, wo dich das Laub nicht stört, dann häufle es dort an – damit bietest du Tieren wie dem Igel ein Winterquartier. Auch in Beeten lannst du das Laub liegen lassen, um Tieren einen Unterschluf und eine Nahrungsquelle im Winter zu geben. Gleichzeitig schützt das Laub den Boden und du kannst empfindliche Pflanzen vor der Kälte ganz natürlich schützen.

Beete vorbereiten

Lockere den Boden nur leicht, tiefes Umgraben ist jetzt absolut nicht nötig. Wer mag, sät Gründüngungen ein, zum Beispiel Gelbsenf (nutze ich) oder Winterroggen.

Blumenzwiebeln setzen

Jetzt ist der beste zeitpunkt für Narzissen, Tulpen, Krokusse oder Allium. Setze sie in Gruppen für einen natürlichen Effekt, wie eine kleine Frühlingswiese. 

Letzte Ernte

Sicher, im Herbst ist nicht generell Schluss – es gibt so viele Gemüsesorten oder Salate, die man auch für den Winter noch aussäen kann. Ich denke, die meisten werden jedoch jetzt im Oktober das Gemüsebeet abernten und Ruhe einkehren lassen. Daher: genieße den Lauch, die Kürbisse, die Äpfel, den Kohl, den Mangold, die Steckrüben, die Kräuter… Koch ein und trockne Kräuter für den Winter.

Lagom im Garten – Gelassenheit statt Perfektion

Das skandinavische Prinzip „lagom“ erinnert und daran, dass wir nicht alles kontrollieren müssen. Der Garten braucht nicht ständig unsere Eingriffe – er ist ein lebendiges System, das seinen eigenen Rhythmus kennt. 

  • Nicht alles aufräumen: Abgeblühte Stauden, Laub und Äste sind kein Chaos, sondern Teil des Kreislaufs. 
  • Weniger Druck, mehr Freude: Statt lange To-Do-Listen abzuarbeiten konzentriere dich auf die Tätigkeiten, die dir guttun.
  • Gesundheit mitdenken: Entschleunigtes Gärtnern bedeutet weniger Stress für Körper und Geist. 

Merksatz: „Im Garten wie im Leben: Es geht nicht um Kontrolle, sondern um Harmonie.“ 

Kleine Rituale für entspannte Gartenarbeit im Herbst

Der Herbst ist nicht nur eine Arbeitszeit, sindern auch eine Einladung, den Garten mit allen Sinnen zu erleben. Probiere doch mal folgendes: 

  • Pause mit Tee im Garten: Setze dich mit einer Decke hinaus, beobachte die Farben und lausche dem Rascheln des Laubs. – Ganz ehrlich, das ist eine meiner liebsten Pausen: Ob raschelndes Laub, ziehende Vögel oder Bienen, die im Storchenschnabel oder in den Astern umhersummen. Die Natur gibt uns so viel, direkt vor der eigenen Haustür.
  • Barfuß durchs Laub: Ein kleiner Moment der Erdung, der sofort Freude schenkt.
  • Dankbarkeit üben: Geh durch den Garten und sprich jeder Pflanze, jedem Baum, jedem Obst und Gemüse deine Dankbarkeit aus. Du kannst zusätzlich ein Dankbarkeits-Buch führen und dir aufschreiben, für was du in diesem Jahr dankbar bist: Welche Früchte, Ernten oder Erlebnisse hat dir dein Garten in diesem Jahr geschenkt?

So wird der Oktober zu einer Zeit der inneren Ruhe und du gehst gestärkt in den Winter. 

Du siehst, der Oktober ist kein Monat für Perfektion, sondern für Gelassenheit. Nimm dir die Arbeiten, die dir Freude machen und lass den Rest in Ruhe liegen. Dein Garten darf sich jetzt erholen – und du auch. 

Probiere es aus: Arbeite im Oktober mit dem Lagom-Gefühl. Genau richtig, nicht zu viel, nicht zu wenig. 

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