SkandiGarten

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Gärten lehren Geduld – und warum das die schönste Lektion ist

Wenn ich an dieses Jahr im Garten denke, denke ich an Warten. An Tage, an denen nichts wuchs. An Wochen, in denen Regen alles stehen ließ. Und an die stillen Momente dazwischen, in denen ich verstand: Geduld ist kein Stillstand, sondern Vertrauen. Mir war vor unserem Garten bewusst, dass alles seine Zeit braucht. Nichts wird schnell gehen. Es dann aber zu erleben, war vielleicht die schönste Lektion, die mir unser Garten schenken konnte. Wir müssen nichts erzwingen, alles kommt mit der Zeit. Und was nun im Winter kahl aussieht, sammelt nur Kraft für morgen. Geduld wächst in Zyklen Die Natur zeigt uns, dass nichts abrupt passiert. Alles folgt einem Rhythmus: leise, stetig, beständig. Samen keimen, wenn sie bereit sind. Blätter fallen, wenn ihre Zeit gekommen ist. Und wir? Wir dürfen lernen, mitzuschwingen. Wie heißt es so schön: Gut Ding will Weile haben. Oft glauben wir, Geduld bedeute, zu warten, bis etwas vorbei ist. Doch ich denke, in Wahrheit ist Geduld ein Annehmen, ein Sich-Einlassen auf das, was ist. Wenn wir im Garten arbeiten, wird uns das bewusst. Wir säen, ohne zu wissen, ob es aufgeht. Wir pflegen, ohne sofortige Belohnung. Wir hoffen und vertrauen. 3 Dinge, die mich Geduld im Garten gelehrt hat: Alles wächst im eigenen Tempo. Kein Vergleich hilft. Vertrauen ist aktives Tun. Geduld heißt nicht passiv sein, sondern aufmerksam zu bleiben.  Rückschritte gehören dazu. Jeder kahle Zweig, jeder Regen hat seinen Sinn. Warum Geduld heilsam ist Geduld ist eine stille, heilende Kraft. Sie entschleunigt, sie entzieht uns dem Druck, immer sofort Ergebnisse zu sehen. Im Garten dürfen wir erleben, dass Wachstum unsichtbar beginnt, tief in der Erde, wo kein Auge hinsieht. Im Alltag, in unseren täglichen Aufgaben verlieren wir oft den Blick dafür. In unserer heutigen Zeit wollen wir oft schneller und weiterkommen, nichts verpassen, dazugehören. Der Garten lehrt uns, in Zyklen statt in Zielen zu denken. Das ist ein Perspektivwechsel, der Frieden bringt und uns wieder in Verbindung mit dem Leben selbst setzt. Mein Garten hat mir gezeigt, dass ich gar nicht so viel machen muss, um dennoch die Schönheit und die Erträge in den Händen zu halten, die ich mir wünschte. Ich habe im Vorfeld mich vor allem auf alte Traditionen und Wissen gestützt, das Gemüse danach angebaut und mein Herz und das meiner Familie durfte hüpfen als alles seinen natürlichen Weg nahm. Ohne Hast und ohne Druck. Medial sind die Kanäle voll mit allmöglichen Tipps und Tricks, um noch MEHR zu erhalten. Diesen Druck braucht es nicht, um einen Garten voller Kraft und Fülle zu erleben. Mein Garten hat mir gezeigt, dass es diese Tipps gar nicht braucht, wenn ich vertraue; Pflanzen, die sich gegenseitig unterstützen zusammensetze und ihnen Zeit lasse. Der Garten als Spiegel des Lebens Es gibt Jahre voller Fülle und Jahre, in denen wir einfach nur durchhalten, aber nichts davon ist vergeudet. Wie in der Natur, so liegt auch in uns eine Kraft, die weiß, wann sie ruht und wann sie erblüht. Vielleicht ist das die eigentliche Kunst der Geduld. Nicht zu warten, dass alles perfekt wird, sondern im Jetzt Sinn zu finden. In den kleinen Dingen, in der Ruhe und in der Gewissheit, dass jede Jahreszeit ihren Platz hat – so auch der Winter. Ist Geduld gelebte Hoffnung? Ich würde sagen: Ja. Geduld ist nicht das Gegenteil von Handeln. Sie ist eine Form von Vertrauen in die Erde, in den Kreislauf, in uns selbst. Wenn wir im Garten stehen, mit Erde an den Händen, dann spüren wir, dass nichts verloren ist. Alles braucht nur seine Zeit.

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Winter im SkandiGarten: Friluftsliv und das Glück der kleinen Momente

Es gibt Tage im Dezember, an denen die Luft so klar ist, dass man fast das Licht hören könnte. Frost glitzert auf den Ästen, irgendwo klopft ein Specht – und der Garten liegt still, als hielte er den Atem an. Stell dir jetzt folgendes vor: Du gehst hinaus, zeihst den Schal ein Stück höher und bleibst einfach stehen. Vielleicht mit einer Tasse dampfendem Glögg in der Hand, vielleicht mit dem Spaten, vielleicht mit gar nichts – nur mit dir selbst. Das ist Friluftsliv.Ein Wort, das in Schweden so selbstverständlich ist wie der Wechsel der Jahreszeiten.Es bedeutet, draußen zu leben – nicht sportlich, nicht zielgerichtet, sondern einfach im Einklang. Friluftsliv – mehr als nur „draußen sein“, Friluftsliv ist eine Haltung. Eine Einladung, das Draußen nicht als Gegensatz zum Drinnen zu sehen, sondern als Verlängerung des Lebens. Es ist die kleine Pause auf der Gartenbank, der Spaziergang am Nachmittag, das Holzfeuer unter freiem Himmel. Man zieht sich warm an, atmet tief durch – und fühlt sich verbunden. Mit der Natur, mit der eigenen Zeit. Wie du Friluftsliv im Garten leben kannst Der Wintergarten ist kein Ort des Rückzugs – er ist ein Ort der Stille, die trägt. Und genau hier beginnt das Friluftsliv im Kleinen. Ein Licht entzünden Ein kleines Feuer, ein paar Kerzen, ein Windlicht auf der Mauer. Licht schafft Gemeinschaft. Es zieht Menschen zusammen – auch an kalten Tagen. Mach es dir einfach – nicht perfekt Eine Decke, eine Thermoskanne, vielleicht ein Stück Kuchen. Das reicht. Es geht nicht um Ausstattung, sondern um Präsenz. Atme. Beobachte. Sei. Die Natur braucht im Winter keine Leistung. Sie ruht – und genau das darfst du auch. 3 zusätzliche Impulse für dein Winter-Friluftsliv Sammle Tannenzapfen und lege sie in ein Glas als Duftdeko. Mach einen Spaziergang im Dämmerlicht – ohne Handy, nur mit offenen Sinnen. Lade Nachbarn zu einem „Garten-Glögg“ ein – jeder bringt eine Tasse mit. Die Wärme der Einfachheit In Schweden ist die Adventszeit weniger laut. Sanfte Straßenbeleuchtung, keine Dauerbeschallung. Viele  Fenstersterne, Kerzen, Stimmen, die singen. Ich erinnere mich an Lucia in der Kirche – Lichter, Gesang, ein Moment tiefer Ruhe. Diese Herzlichkeit, diese still geteilte Freude – sie war für mich wie ein stilles Versprechen: Alles, was du brauchst, ist schon da. Friluftsliv ist genau das. Es lehrt uns, dass Glück keine Veranstaltung ist. Sondern ein Atemzug, ein Blick in den Winterhimmel, ein Lächeln über das Feuer hinweg. Der Winter im SkandiGarten ist eine Einladung, neu zu sehen. Die Ruhe, die Leere, die Klarheit – sie sind nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas Neuem. Vielleicht ist Friluftsliv am Ende gar kein Konzept, sondern eine Haltung des Herzens. Eine Erinnerung daran, dass alles Leben – auch unser eigenes – aus Phasen des Ruhens, Wachsens und Aufblühens besteht. „Manchmal braucht es nur kalte Luft und warmes Licht, um sich ganz lebendig zu fühlen.“

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Naturapotheke im Herbst – Heilkräuter für deine Gesundheit

Wenn die Natur stiller wird, beginnt die Zeit der Kräuterweisheit Gerade im November greife ich gerne zur Naturapotheke. Während draußen Nebel über die Felder zieht und die Tage kürzer werden, ruht im Garten eine Stille Kraft. Viele Heilpflanze haben jetzt ihren Höhepunkt überschritten – und doch steckt in ihnen noch die Essenz des Sommers: Wärme, Licht und Heilkraft. In dieser Übergangszeit bereite ich mich innerlich und äußerlich auf den Winter vor. Es ist, als würde der Garten mir zuflüstern: „Nimm mit, was dich stärkt.“ Heilkräuter, die im Herbst besonders wertvoll sind Der Herbst schenkt uns eine kleine, aber wirkungsvolle Auswahl an Kräutern, die du für deine Hausapotheke nutzen kannst. Sie sind robust, aromatisch und voller Inhaltsstoffe, die Immunsystem und Atemwege unterstützen. Salbei – der Hüter der StimmeSeine silbrigen Blätter duften nach Klarheit. Ein Tee oder Gurgelaufguss hilft gegen Halsschmerzen, aber auch innerlich, um die Stimme zu finden (wortwörtlich und im übertragenden Sinne). Zusätzlich beruhigt Salbei unser Nervensystem. Thymian – die wärmende KraftEin starkes, fast sonniges Kraut. Thymian löst Schleim, beruhigt den Husten und wirkt keimtötend. Ich verwende ihn gern in Hustensirup, als Dampfbad oder im Diffuser um das ganze Haus mit dem süßlich würzigen Duft zu füllen. Holunder – das SchutzkrautSeine Beeren und Blüten sind wertvolle Helfer gegen Fieber und Erkältung – ob als Sirup, Tee oder Elixier. Kamille – die sanfte HeilerinEs lohnt sich die Kamillenblüten zu trocknen für Magen und Nerven. Ein Klassiker, der nie an Bedeutung verliert, besonders in stressigen Zeiten. Hagebutte – der Schatz der VitamineReich an Vitamin C und Antioxidantien, stärkt sie das Immunsystem und wirkt stimmungsaufhellend. Hagebuttensuppe – ein Klassiker in Schweden während der Wintermonate, vielleicht auch eine neue Alternative für deine Winterküche? Das brauchst du für deine Hausapotheke Leinen- oder Papiertüten zum Trocknen Schraubgläser oder braune Apothekerflaschen Etiketten & Datum Ein trockener, luftiger Raum (nicht in der Sonne) Zeit & Ruhe – das Wichtigste überhaupt Ernte, Trocknen & Aufbewahren Wenn du Kräuter erntest, tu es bewusst. Ein sanftes Schütteln, ein Dank an die Pflanze und dann lass sie in Ruhe trocknen. Sammle nur an trockenen Tagen, wenn die Sonne kurz aufscheint. Schneide ganze Triebe ab, binde sie locker zu Sträußen und hänge sie kopfüber in einen luftigen Raum. Nach ein paar Tagen können sind sie bereit für die Gläser. Beschriften nicht vergessen. Wenn du den Prozess des Trocknens beschleunigen möchtest, dann nie zu heiß – 35-40 Grad reichen aus. Verwende für die Aufbewahrung luftdichte Schraubgläser oder Leinenbeutel, die Kräuter sollten auf jeden Fall kühl und dunkel gelagert werden, um den Duft und die Wirkstoffe über den Winter zu erhalten. Anwendung im Alltag – kleine Rituale der Selbstfürsorge Ein Kräutertee am Abend, ein Dampfbad mit Thymian, ein Hagebuttenmus aufs Brot – all das sind kleine Akte von Achtsamkeit. Sie holen uns zurück in den Körper, in die Gegenwart. Manchmal ist ein selbstgemachter Tee mehr Medizin als jede Tablette, weil er uns mit der Natur verbindet, die uns trägt. Hier ein paar Beispiele zur Anwendung: Hustentee: Thymian, Salbei, Spitzwegerich Wärmender Tee: Hagebutte, Holunderblüte, Zimt Wundsalbe: Ringelblume & Bienenwachs Erkältungsbad: Rosmarin & Kamille Die Natur heilt nicht nur den Körper, sondern auch das Tempo Die Naturapotheke im Herbst ist mehr als Vorratshaltung, sie ist eine Erinnerung daran, dass Heilung Zeit braucht. Während der Garten sich zurückzieht, dürfen auch wir langsamer werden. Kräuter lehren Geduld, Dankbarkeit und Vertrauen. Wer mit der Natur lebt, lebt im Rhythmus des Lebens selbst. „Die Natur heilt- still, beständig und im richtigen Moment.“

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Stillhet im Garten – Warum die Ruhe im November so wichtig ist

Wenn der Garten still wird, spüre ich, wie sich auch in mir die Ruhe breit macht. Die letzten Blätter liegen schwer auf dem Boden, Nebel hängt zwischen den Sträuchern und selbst die Vögel scheinen leiser zu singen. Der November bringt eine ganz eigene Art von Frieden – eine, die uns einlädt innezuhalten. Im Schwedischen spricht man von Stillhet. Wie alle schwedischen Begriffe, hat auch Stillhet eine tiefere Bedeutung: Innehalten. Es ist eine Haltung, eine tiefe Ruhe, die uns erlaubt, zu sein, statt zu tun. Gerade jetzt, wenn der Garten zur Ruhe kommt, dürfen auch wir uns daran erinnern, dass Leben nicht nur im Wachstum besteht, sondern auch im Ausatmen. Was „Stillhet“ wirklich bedeutet Stillhet steht nicht nur für „Stille“, das fehlen von Geräuschen wohlmöglich. Es ist die bewusste Entscheidung, die Welt einen Moment lang leiser werden zu lassen, um wieder hören zu können, was im Inneren klingt. Die Kraft zieht sich zurück zur Wurzel. Stillhet bedeutet also nicht Rückzug aus dem Leben, sondern eine tiefe Verbindung zum Leben und sich selbst. In dieser Ruhe kann Heilung beginnen. Unser Nervensystem darf loslassen, der Atem wird tiefer, Gedanken ordnen sich von selbst. Vielleicht ist das der Grund, warum die skandinavische Kultur diese Stille so selbstverständlich lebt – sie gehört zum Gleichgewicht des Lebens dazu. Der November im Garten – Zeit des Rückzugs Während die Natur sich in den Winterschlaf begibt, ist der Garten kein Ort des Mangels, sondern der Vorbereitung. Der Boden regeneriert, Mikroorganismen arbeiten im Verborgenen, Pflanzen ziehen ihre Kraft in die Wurzeln zurück. Ich verstehe: Mein Garten ist mein Spiegelbild. So wie er, so habe auch ich Zyklen. Rückzug ist kein Stillstand, sondern Teil des Wachstums. In dieser Stille entsteht neue Kraft – langsam und unbemerkt.  3 kleine Rituale der Stillhet im Garten Morgenkaffee im Nebel Setze dich dich eingehüllt mit einer warmen Tasse nach draußen und lausche. Kein Ziel, kein Plan – nur das sanfte Atmen des Gartens. Atempause bei der Gartenarbeit Zwischen den Handgriffen bewusst innehalten, tief durchatmen, den Geruch von Erde und Regen spüren. Ein Spaziergang ohne Worte Lass dein Handy zu Hause und gehe durch deinen Garten oder den nahen Wald – ganz in Stille. Nur du, deine Schritte und das Rascheln der Blätter. Meine Stillhet-Erinnerung aus Uppsala Uppsala, November 2013 Die Luft war kühl, der Himmel bleigrau und die Blätter lagen feucht auf den Wegen entlang des Stadtflusses. Ich stand auf der Brücke, atmete die kalte Luft ein und fühlte mich völlig entspannt. Später saß ich im Café: ein warmes Sandwich, ein frischer Salat, cremiger Kaffee, tiefe weiche Sessel, die Lokalzeitung in der Hand. Draußen wurde es früh dunkel. Dich in den Fenstern und entlang der Promenade leuchteten bereits kleine Lichter. Trotz Frost und Kälte lag eine unglaubliche Wärme in der Stadt. Und auch wenn alles stiller wurde, fühlte ich mich nie einsam. Es war Seelenheil. Wenn ich heute noch daran zurückdenke, spüre ich innere Wärme und Ruhe. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass Stille nicht leer ist – sie ist voll Leben. Vielleicht weil man jetzt auch einfach wieder Zeit für andere Dinge hat… Auf jeden Fall zeigt sie einem, dass man in ihr genau das findet, was im Alltag oft verloren geht: sich selbst. Stillhet im Alltag – Wie du die Ruhe mitnimmst Auch wenn dein Garten im Winter ruht, kannst du die Energie der Stillhet in dein tägliches Leben tragen. Es braucht keine großen Veränderungen – nur Bewusstsein und ein wenig Mut zum Loslassen. Räume bewusst Zeiten ohne Termine ein – echte Leerräume Lege dein Handy für ein paar Stunden beiseite Ersetze Aktivitäten durch Beobachtung: Kerzen anzünden, Tee trinken, ein Naturtagebuch beginnen Das langsame Leben ist kein Rückschritt. Sie ist ein Rückfinden. Stillhet ist ein Anker im schnellen Alltag, ein Zuhause in dir selbst. Die Natur zeigt uns im November, dass Rückzug kein Ende, sondern Vorbereitung ist. In der Ruhe liegt nicht Leere, sondern Fülle. Wenn der Garten still wird, darfst auch du still werden – nicht, um weniger zu sein, sondern um wieder ganz zu werden. „In der Stille hörst du, was dein Herz schon lange weiß.“

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Selbstversorgung im Oktober – Ernten, Vorrat anlegen, genießen

Die Märkte sind jetzt im Oktober voll mit der saisonalen Ernte. So sind es auch unsere Selbstversorger-Gärten. Beete und Obstbäume sind voller Schätze. Gleichzeitig spüren wir allerdings auch: Die Gartensaison neigt sich dem Ende zu. Das heißt für uns: Ernte einbringen, klug lagern und Vorräte für den Winter schaffen. Spürst du bei dem Gedanken Druck? In skandinavischer Manier sag ich dazu „Ta det lugnt! Det ordnar sig.“ – ‚Nimm es mit Gelassenheit. Das wird schon.‘ Und natürlich gilt auch hier die schwedische „lagom“-Philosophie: Nicht zu viel, nicht zu wenig. Keine Panik und kein Übermaß.  Ernte, die jetzt im Oktober reif ist (eine bunte Mischung): Obst: Äpfel, Birnen, Quitten, Kiwis Wurzelgemüse: Karotten, Rote Bete, Pastinaken, Sellerie, Steckrüben Kohlarten: PakChoi, Rosenkohl, Grünkohl, Wirsing, Rotkohl Blattgemüse: Spinat, Mangold, Salate Andere: Zwiebeln, Lauch, Bohnen verschiedene (Wild-)Kräuter Diese Vielfalt ist die perfekte Bais für zahlreiche warme Herbstgerichte. Du kannst deine Ernte sofort genießen (lege ich dir auch sehr ans Herz), es muss nicht alles zwangsläufig in den Vorratsschrank wandern. Aber wenn doch, dann bitte… Vorrat anlegen ohne Stress Selbstversorgung heißt nicht automatisch, dass alles eingemacht werden muss. Es reicht, das zu tun, was dir den Winter erleichtert.  Einfrieren: Lauch, Bohnen, Kräuter in kleinen Portionen, Spinat, Mangold Einkochen: Kompott, Marmelade, Suppen und Saucen, Apfelmus Lagern: Kartoffeln, Äpfel, Zwiebeln Infobox: Die Grundregeln des Haltbarmachens Einfrieren Nur frisches Obst und Gemüse verwenden. Luftdicht verpacken, möglichst wenig Luft im Beutel. Alles beschriften (Datum + Inhalt). Tiefkühlgut innerhalb von 6 – 12 Monaten verbrauchen. Vor dem Einfrieren kurz blanchieren (z.B. Bohnen und Kohl).  Einkochen Gläser und Deckel gründlich sterilisieren. Einkochzeiten und Temperaturen genau beachten(je nach Inhalt). Keine Gläser mit beschädigtem Rand verwenden. Nach dem Kochen die Gläser vollständig abkühlen lassen (ob kopfüber oder nicht, finde ich ist Geschmackssache). Nur vollständig abgekühlte Gläser einlagern.  Gläser beschriften.  Lagern Nur makellose, trockene Ernte einlagern. Dunkel, kühl und luftig lagern – ideal 2-10° Grad. Regelmäßig kontrollieren: Schimmel, Druckstellen, Feuchte. Sortiere nach Haltbarkeit: altes zuerst verwenden, jüngere Ernte darf erstmal liegen. Ich verstehe, dass es an dieser Stelle oft knifflig wird. Steht man noch ganz am Anfang der Selbstversorgung ist es gar nicht so leicht einzuschätzen „Was essen wir wirklich? Was schmeckt uns überhaupt?“ Das Jahr 2025 hat vielen reichliche Ernte bescherrt, egal ob Obst oder Gemüse. Wir haben beispielweise bei 8 Apfelbäumen so viele Äpfel, dass unser persönlicher Bedarf an Apfelkompott und -mus mehr als gedeckt ist. Zusätzlich stellen wir eigenen Apfelwein her, Apfelsaft und eventuell wird’s auch noch ein Likör. Die Bäume hängen noch jetzt einfach voll. Ich bin daher dankbar das diesjährige „Geschenk“ auch mit unseren Nachbarn und Freunden zu teilen. Ich habe also nicht nur Möglichkeit selbst Vorräte anzulegen, sondern gebe auch anderen die Möglichkeit dazu.  Und so sehen wir die Vorratshaltung weniger als Pflichtprogramm, sondern vielmehr als ein kleines Genuss-Ritual:  Mit der Familie Gemüse putzen, schneiden, gemeinsam kochen. Währenddessen Musik hören oder ein Hörspiel. Mit der Familie, Freunden und Nachbarn die Ernte teilen und zum geselligen Essen einladen. Mindset: Einfach und pragmatisch Selbstversorgung sollte vor allem pragmatisch gelebt werden. Hier braucht es keinen Hochglanz, sondern praktische Lösungen, die im Notfall die Familie über den gesamten Winter bis ins Frühjahr bringen. Lebensmittel sollen Freude machen, nicht zusätzlichen stress erzeugen. Probiere es doch einmal hiermit:  Große Mengen Kartoffeln lagern, weil sie vielseitig einsetzbar sind. Beeren und Blattgemüse einfrieren – unkompliziert, schnell, nährstoffreich. Brot backen als Wochenendritual. Balance für dich und den Garten Lagom gilt auch hier: Pflanze nicht mehr, als du wirklich brauchst. Hattest du in diesem Jahr eine Zucchini-Schwemme oder wie ich einfach viel zu viel Lauch und Mangold? Mein Plan für das nächste Jahr: Weniger Mangold-Pflanzen, dafür regelmäßiger ernten, damit sie nicht in die Blüte schießen + den Lauch gestaffelt anbauen, so habe ich beständig Frühlingszwiebeln parat und schlussendlich gut ausgereifte Lauchstangen. Das ist zumindest meine Hoffnung. Die Praxis wird zeigen, ob mein Plan aufgeht. Du siehst, mit ein bisschen Planung bestimmen wir selbst, ob unser Vorratsschrank zur Schatzskiste wird – ganz ohne Stress, dafür aber mit viel Genuss.  Mein Impuls für dich: ernte was reif ist. Mach haltbar, was ihr wirklich esst. Und den Rest lass los und teile ihn. 

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Gartenarbeiten im Oktober – entspannt und lagom

Wenn die Tage kürzer werden, die Sonne tiefer steht und der Morgennebel über den Beeten hängt, ist klar: Der Garten verabschiedet sich langsam in die Winterpause. Viele Hobbygärtner empfinden den Herbst als „stressige Aufräumzeit“, doch gerade jetzt lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten und die Dinge gelassener anzugehen. Die skandinavische Lebenshaltung „lagom“ (nicht zu viel, nicht zu wenig, genau richtig) bietet eine wunderbare Inspiration für diese Jahreszeit. Statt alles perfekt zu machen, dürfen wir den garten so begleiten, wie er ist: in seinem natürlichen Rhythmus. Was jetzt im Oktober wirklich wichtig ist Damit dein Garten gesund in den Winter geht, gibt es ein paar grundlegende Arbeiten – doch keine Sorge die Liste bleibt überschaubar. Rückschnitt, aber mit Maß Viele Stauden dürfen stehen bleiben: Sie bieten Insekten Unterschlupf und schmücken mit winterlichen Strukturen. Nur kranke oder matschige Pflanzen solltest du entfernen. Verblühte Rosen oder Einjährige kannst du einkürzen.  Lagom-Tipp: Schneide nur das zurück, was dich wirklich stört oder krank ist. Der Rest darf bleiben. Laub – nicht alles wegräumen Auf dem Rasen kann Laub zu Moos führen, hier lohnt es sich regelmäßig abzuharken. Wenn du eine Ecke hast, wo dich das Laub nicht stört, dann häufle es dort an – damit bietest du Tieren wie dem Igel ein Winterquartier. Auch in Beeten lannst du das Laub liegen lassen, um Tieren einen Unterschluf und eine Nahrungsquelle im Winter zu geben. Gleichzeitig schützt das Laub den Boden und du kannst empfindliche Pflanzen vor der Kälte ganz natürlich schützen. Beete vorbereiten Lockere den Boden nur leicht, tiefes Umgraben ist jetzt absolut nicht nötig. Wer mag, sät Gründüngungen ein, zum Beispiel Gelbsenf (nutze ich) oder Winterroggen. Blumenzwiebeln setzen Jetzt ist der beste zeitpunkt für Narzissen, Tulpen, Krokusse oder Allium. Setze sie in Gruppen für einen natürlichen Effekt, wie eine kleine Frühlingswiese.  Letzte Ernte Sicher, im Herbst ist nicht generell Schluss – es gibt so viele Gemüsesorten oder Salate, die man auch für den Winter noch aussäen kann. Ich denke, die meisten werden jedoch jetzt im Oktober das Gemüsebeet abernten und Ruhe einkehren lassen. Daher: genieße den Lauch, die Kürbisse, die Äpfel, den Kohl, den Mangold, die Steckrüben, die Kräuter… Koch ein und trockne Kräuter für den Winter. Lagom im Garten – Gelassenheit statt Perfektion Das skandinavische Prinzip „lagom“ erinnert und daran, dass wir nicht alles kontrollieren müssen. Der Garten braucht nicht ständig unsere Eingriffe – er ist ein lebendiges System, das seinen eigenen Rhythmus kennt.  Nicht alles aufräumen: Abgeblühte Stauden, Laub und Äste sind kein Chaos, sondern Teil des Kreislaufs.  Weniger Druck, mehr Freude: Statt lange To-Do-Listen abzuarbeiten konzentriere dich auf die Tätigkeiten, die dir guttun. Gesundheit mitdenken: Entschleunigtes Gärtnern bedeutet weniger Stress für Körper und Geist.  Merksatz: „Im Garten wie im Leben: Es geht nicht um Kontrolle, sondern um Harmonie.“  Kleine Rituale für entspannte Gartenarbeit im Herbst Der Herbst ist nicht nur eine Arbeitszeit, sindern auch eine Einladung, den Garten mit allen Sinnen zu erleben. Probiere doch mal folgendes:  Pause mit Tee im Garten: Setze dich mit einer Decke hinaus, beobachte die Farben und lausche dem Rascheln des Laubs. – Ganz ehrlich, das ist eine meiner liebsten Pausen: Ob raschelndes Laub, ziehende Vögel oder Bienen, die im Storchenschnabel oder in den Astern umhersummen. Die Natur gibt uns so viel, direkt vor der eigenen Haustür. Barfuß durchs Laub: Ein kleiner Moment der Erdung, der sofort Freude schenkt. Dankbarkeit üben: Geh durch den Garten und sprich jeder Pflanze, jedem Baum, jedem Obst und Gemüse deine Dankbarkeit aus. Du kannst zusätzlich ein Dankbarkeits-Buch führen und dir aufschreiben, für was du in diesem Jahr dankbar bist: Welche Früchte, Ernten oder Erlebnisse hat dir dein Garten in diesem Jahr geschenkt? So wird der Oktober zu einer Zeit der inneren Ruhe und du gehst gestärkt in den Winter.  Du siehst, der Oktober ist kein Monat für Perfektion, sondern für Gelassenheit. Nimm dir die Arbeiten, die dir Freude machen und lass den Rest in Ruhe liegen. Dein Garten darf sich jetzt erholen – und du auch.  Probiere es aus: Arbeite im Oktober mit dem Lagom-Gefühl. Genau richtig, nicht zu viel, nicht zu wenig. 

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Herbst im SkandiGarten – Mehr Ruhe statt Stress

Der Herbst ist die Jahreszeit, in der die Natur langsamer wird – und genau das dürfen wir uns von ihr abschauen. Während viele in Hektik verfallen, weil „alles noch“ erledigt werden muss“, verfolgt der SkandiGarten einen anderen Ansatz: Weniger Druck, mehr Gelassenheit. Dein Garten soll dir Kraft schenken, nicht Kraft rauben.  Zu Recht wirst du jetzt sagen: „Ja, aber die Äpfel müssen vor dem ersten Frost geerntet werden. Der Rasen muss noch einmal gemäht werden, ich muss die Beete winterfest machen.“ – Ich höre dich! Ich verstehe dich! Mir geht’s nicht anders. DENNOCH: Es lohnt sich die Perspektive zu wechseln. Jeden Tag, Stück für Stück. Hier sind ein paar Impulse für dich:  Loslassen wie die Natur Im Herbst wirft die Natur ab, was sie nicht mehr braucht: Blätter, Samen, Früchte. Sie bereitet sich auf eine Zeit der Ruhe vor. Warum also nicht auch bei dir im Garten?  Laub liegen lassen, wo es nicht stört, für einen natürlichen Winterschutz für Insekten und den Boden Beete nicht „klinisch sauber“ machen, denn abgestorbene Stängel bieten einen Lebensraum für Vögel und Nützlinge.  Folglich: Weniger Arbeit, mehr Nutzen für die Natur.  Kleine Aufgaben statt Perfektion Oft setzen wir uns selbst unter Druck, weil wir glauben der Garten müsse perfekt aussehen. „Was wird der Navhbar nur sagen!?“ Ganz ehrlich: Was soll er denn sagen?  Im SkandiGarten gilt: Lagom – nicht zu viel, nicht zu wenig. Lieber kleine Schritte machen: heute ein Beet, morgen den Kompost. Statt „alles winterfest machen“ Prioritäten setzen: Welche Pflanzen brauchen Schutz? Den Rest überlässt du der Natur.  Achtsamkeit im Gartenalltag Der Herbst lädt ein, bewusst innezuhalten. Warum nicht Gartenarbeit mit Achtsamkeit verbinden? Wann hast du das letzte Mal bewusst Geräusche in deinem Garten wahrgenommen? Das Rascheln der Blätter, den Wind im Baum, den dumpfen Aufprall eines Apfels auf den Boden, sich um die-beste-Walnuss-streitende Krähen? Es reicht ein kurzer Moment, um Kraft zu tanken und Dankbarkeit zu spüren: Für die Ernte, die Natur, das Leben im eigenen Rhythmus.  Inspiration aus Schweden In Schweden gehört Friluftsliv* – das Leben draußen – selbstverständlich dazu. Auch im Herbst: Warme Kleidung, eine Thermoskanne Tee und ein Herbstpicknick im Garten oder ein Spaziergang durch den Wald. Oder wie wäre es mit Naturbeobachtungen als Ritual mit den Kindern oder allein? – Vögel ziehen, Pilze wachsen, Bäume verfärben sich, Spinnen bauen ihre schönsten Netze. Es sind auch hier die kleinen Momente, die das Leben draußen, den Garten, besonders machen.  Was kannst du für dich und deinen Garten mitnehmen? Herbst im Garten bedeutet nicht Stress, Hektik und „alles muss fertig sein“. Es bedeutet vielmehr Loslassen, Gelassenheit, Balance (Lagom). Ein Garten darf dich erden, entschleunigen und dir das Gefühl geben, Teil des großes Kreislaufs zu sein.  *fri = frei, luft = luft, liv = leben; friluftsliv = oft als Sammelbegriff für Freizeitaktivitäten im Freien

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