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Gärten lehren Geduld – und warum das die schönste Lektion ist

Wenn ich an dieses Jahr im Garten denke, denke ich an Warten. An Tage, an denen nichts wuchs. An Wochen, in denen Regen alles stehen ließ. Und an die stillen Momente dazwischen, in denen ich verstand: Geduld ist kein Stillstand, sondern Vertrauen. Mir war vor unserem Garten bewusst, dass alles seine Zeit braucht. Nichts wird schnell gehen. Es dann aber zu erleben, war vielleicht die schönste Lektion, die mir unser Garten schenken konnte. Wir müssen nichts erzwingen, alles kommt mit der Zeit. Und was nun im Winter kahl aussieht, sammelt nur Kraft für morgen. Geduld wächst in Zyklen Die Natur zeigt uns, dass nichts abrupt passiert. Alles folgt einem Rhythmus: leise, stetig, beständig. Samen keimen, wenn sie bereit sind. Blätter fallen, wenn ihre Zeit gekommen ist. Und wir? Wir dürfen lernen, mitzuschwingen. Wie heißt es so schön: Gut Ding will Weile haben. Oft glauben wir, Geduld bedeute, zu warten, bis etwas vorbei ist. Doch ich denke, in Wahrheit ist Geduld ein Annehmen, ein Sich-Einlassen auf das, was ist. Wenn wir im Garten arbeiten, wird uns das bewusst. Wir säen, ohne zu wissen, ob es aufgeht. Wir pflegen, ohne sofortige Belohnung. Wir hoffen und vertrauen. 3 Dinge, die mich Geduld im Garten gelehrt hat: Alles wächst im eigenen Tempo. Kein Vergleich hilft. Vertrauen ist aktives Tun. Geduld heißt nicht passiv sein, sondern aufmerksam zu bleiben.  Rückschritte gehören dazu. Jeder kahle Zweig, jeder Regen hat seinen Sinn. Warum Geduld heilsam ist Geduld ist eine stille, heilende Kraft. Sie entschleunigt, sie entzieht uns dem Druck, immer sofort Ergebnisse zu sehen. Im Garten dürfen wir erleben, dass Wachstum unsichtbar beginnt, tief in der Erde, wo kein Auge hinsieht. Im Alltag, in unseren täglichen Aufgaben verlieren wir oft den Blick dafür. In unserer heutigen Zeit wollen wir oft schneller und weiterkommen, nichts verpassen, dazugehören. Der Garten lehrt uns, in Zyklen statt in Zielen zu denken. Das ist ein Perspektivwechsel, der Frieden bringt und uns wieder in Verbindung mit dem Leben selbst setzt. Mein Garten hat mir gezeigt, dass ich gar nicht so viel machen muss, um dennoch die Schönheit und die Erträge in den Händen zu halten, die ich mir wünschte. Ich habe im Vorfeld mich vor allem auf alte Traditionen und Wissen gestützt, das Gemüse danach angebaut und mein Herz und das meiner Familie durfte hüpfen als alles seinen natürlichen Weg nahm. Ohne Hast und ohne Druck. Medial sind die Kanäle voll mit allmöglichen Tipps und Tricks, um noch MEHR zu erhalten. Diesen Druck braucht es nicht, um einen Garten voller Kraft und Fülle zu erleben. Mein Garten hat mir gezeigt, dass es diese Tipps gar nicht braucht, wenn ich vertraue; Pflanzen, die sich gegenseitig unterstützen zusammensetze und ihnen Zeit lasse. Der Garten als Spiegel des Lebens Es gibt Jahre voller Fülle und Jahre, in denen wir einfach nur durchhalten, aber nichts davon ist vergeudet. Wie in der Natur, so liegt auch in uns eine Kraft, die weiß, wann sie ruht und wann sie erblüht. Vielleicht ist das die eigentliche Kunst der Geduld. Nicht zu warten, dass alles perfekt wird, sondern im Jetzt Sinn zu finden. In den kleinen Dingen, in der Ruhe und in der Gewissheit, dass jede Jahreszeit ihren Platz hat – so auch der Winter. Ist Geduld gelebte Hoffnung? Ich würde sagen: Ja. Geduld ist nicht das Gegenteil von Handeln. Sie ist eine Form von Vertrauen in die Erde, in den Kreislauf, in uns selbst. Wenn wir im Garten stehen, mit Erde an den Händen, dann spüren wir, dass nichts verloren ist. Alles braucht nur seine Zeit.