Naturapotheke im Herbst – Heilkräuter für deine Gesundheit
Wenn die Natur stiller wird, beginnt die Zeit der Kräuterweisheit Gerade im November greife ich gerne zur Naturapotheke. Während draußen Nebel über die Felder zieht und die Tage kürzer werden, ruht im Garten eine Stille Kraft. Viele Heilpflanze haben jetzt ihren Höhepunkt überschritten – und doch steckt in ihnen noch die Essenz des Sommers: Wärme, Licht und Heilkraft. In dieser Übergangszeit bereite ich mich innerlich und äußerlich auf den Winter vor. Es ist, als würde der Garten mir zuflüstern: „Nimm mit, was dich stärkt.“ Heilkräuter, die im Herbst besonders wertvoll sind Der Herbst schenkt uns eine kleine, aber wirkungsvolle Auswahl an Kräutern, die du für deine Hausapotheke nutzen kannst. Sie sind robust, aromatisch und voller Inhaltsstoffe, die Immunsystem und Atemwege unterstützen. Salbei – der Hüter der StimmeSeine silbrigen Blätter duften nach Klarheit. Ein Tee oder Gurgelaufguss hilft gegen Halsschmerzen, aber auch innerlich, um die Stimme zu finden (wortwörtlich und im übertragenden Sinne). Zusätzlich beruhigt Salbei unser Nervensystem. Thymian – die wärmende KraftEin starkes, fast sonniges Kraut. Thymian löst Schleim, beruhigt den Husten und wirkt keimtötend. Ich verwende ihn gern in Hustensirup, als Dampfbad oder im Diffuser um das ganze Haus mit dem süßlich würzigen Duft zu füllen. Holunder – das SchutzkrautSeine Beeren und Blüten sind wertvolle Helfer gegen Fieber und Erkältung – ob als Sirup, Tee oder Elixier. Kamille – die sanfte HeilerinEs lohnt sich die Kamillenblüten zu trocknen für Magen und Nerven. Ein Klassiker, der nie an Bedeutung verliert, besonders in stressigen Zeiten. Hagebutte – der Schatz der VitamineReich an Vitamin C und Antioxidantien, stärkt sie das Immunsystem und wirkt stimmungsaufhellend. Hagebuttensuppe – ein Klassiker in Schweden während der Wintermonate, vielleicht auch eine neue Alternative für deine Winterküche? Das brauchst du für deine Hausapotheke Leinen- oder Papiertüten zum Trocknen Schraubgläser oder braune Apothekerflaschen Etiketten & Datum Ein trockener, luftiger Raum (nicht in der Sonne) Zeit & Ruhe – das Wichtigste überhaupt Ernte, Trocknen & Aufbewahren Wenn du Kräuter erntest, tu es bewusst. Ein sanftes Schütteln, ein Dank an die Pflanze und dann lass sie in Ruhe trocknen. Sammle nur an trockenen Tagen, wenn die Sonne kurz aufscheint. Schneide ganze Triebe ab, binde sie locker zu Sträußen und hänge sie kopfüber in einen luftigen Raum. Nach ein paar Tagen können sind sie bereit für die Gläser. Beschriften nicht vergessen. Wenn du den Prozess des Trocknens beschleunigen möchtest, dann nie zu heiß – 35-40 Grad reichen aus. Verwende für die Aufbewahrung luftdichte Schraubgläser oder Leinenbeutel, die Kräuter sollten auf jeden Fall kühl und dunkel gelagert werden, um den Duft und die Wirkstoffe über den Winter zu erhalten. Anwendung im Alltag – kleine Rituale der Selbstfürsorge Ein Kräutertee am Abend, ein Dampfbad mit Thymian, ein Hagebuttenmus aufs Brot – all das sind kleine Akte von Achtsamkeit. Sie holen uns zurück in den Körper, in die Gegenwart. Manchmal ist ein selbstgemachter Tee mehr Medizin als jede Tablette, weil er uns mit der Natur verbindet, die uns trägt. Hier ein paar Beispiele zur Anwendung: Hustentee: Thymian, Salbei, Spitzwegerich Wärmender Tee: Hagebutte, Holunderblüte, Zimt Wundsalbe: Ringelblume & Bienenwachs Erkältungsbad: Rosmarin & Kamille Die Natur heilt nicht nur den Körper, sondern auch das Tempo Die Naturapotheke im Herbst ist mehr als Vorratshaltung, sie ist eine Erinnerung daran, dass Heilung Zeit braucht. Während der Garten sich zurückzieht, dürfen auch wir langsamer werden. Kräuter lehren Geduld, Dankbarkeit und Vertrauen. Wer mit der Natur lebt, lebt im Rhythmus des Lebens selbst. „Die Natur heilt- still, beständig und im richtigen Moment.“
